Ja, brillante Ideen kommen auch manchmal im Schlaf. Es gibt da sogar eine Technik, die man üben kann. Doch wenn bereits die Deadline für das Kommunikationskonzept, die Kampagne oder ein neues Produkt feststeht, dann heißt es Ärmel hochkrempeln und los. Der Kreativprozess im Berufsalltag muss möglichst direkt zu einem möglichst erfolgreichen Ergebnis führen. Daher hilft es, die Ideenfindung strukturiert anzugehen.

Für alle diejenigen also, die nicht so lange schlafen können, bis sie eine passende Idee haben, habe ich hier ein paar Empfehlungen zur Ideenfindung und zum gezielten Generieren von brauchbaren, kreativen Lösungen zusammengestellt.

4 Phasen der Ideenfindung:

  1. Sammeln
  2. Spinnen
  3. Auswählen
  4. Ausarbeiten

1) Sammeln:

Zunächst geht es darum, alle wichtigen Informationen rund um die Problemstellung oder Aufgabe zu sammeln. Man muss so viel wie möglich wissen, in die Tiefe recherchieren. Essenzielle dabei ist die Zielgruppe, die man so gut wie möglich kennenlernen muss. Was motiviert sie? Wie trifft sie Entscheidungen? Wo verbringt sie ihre Freizeit? Etc.

2) Spinnen:

Ja, genau, nun geht es ums Herumspinnen, Assoziieren, Ideen sammeln. In dieser Phase lässt man alles zu, auch scheinbar Sinnloses, notiert es ohne zu bewerten oder auszusieben. Je mehr Ergebnisse zusammenkommen, desto besser.

Kreativtechniken in dieser Phase sind zum Beispiel:

Mindmap: Eine Technik, die ich gerne anwende, um schnell und gezielt Ideen zu generieren. Man schreibt alle Begriffe, die einem zum gefragten Thema in den Sinn kommen, auf Papier und verbindet passende Worte. Wenn man nicht weiterkommt, springt man zu einem beliebigen bereits notierten Begriff und assoziiert drauflos. Dabei gilt wie beim Sammeln: Nicht bewerten, alles herausfließen lassen, auch scheinbar sinnloses und alles notieren. Vorteil des Mindmapping: Es geht sowohl in der Gruppe als auch allein.

Es gibt auch Apps und Tools für Mindmapping. Zur Ideenfindung sind meiner Meinung nach jedoch Bleistift und Papier am besten geeignet. Es geht um einen ungebremsten Fluss der Gedanken, daher schmiert und kritzelt drauf los!

Spazierengehen: Wenn die Phase des Spinnens ins Stocken gerät, sollte man eine Runde um den Block drehen. Es ist Gegenstand verschiedener Forschungen und kann als erwiesen gelten: Laufen macht kreativ. Die Bewegung bringt quasi den mit Informationen gefüllten Kopf dazu, sinnvolle Kombinationen zu bilden. Dabei sollte man die Gedanken nicht zwanghaft an das Problem heften. Lass das Thema eine Weile frei herumlaufen und fange es danach wieder ein. In diesem kurzen, sehr anschaulichen TED Talk wird der Effekt von Spazierengehen anhand einer Studie erklärt.

3) Auswählen:

Wir haben jetzt massenweise unsortiertes Material. Nun werden wir realistisch und wählen die besten Ideen aus. Dazu rufen wir uns nochmal das Briefing vor Augen:

Ist die Idee in der Lage, die Ziele zu erfüllen?

Sind alle Anforderungen berücksichtigt?

Ist die Idee umsetzbar?

Oftmals verliebt man sich im Kreativprozess in eine Idee, zum Beispiel weil man im Team sehr viel Spaß hatte, sie zu entwickeln. In der Phase des Auswählens muss die Idee jedoch einem knallharten Realitätscheck standhalten. Und häufig bleibt einem dann nichts anderes übrig als: „Kill your darlings!“

Falls man in dieser Phase merkt, dass tatsächlich keine der Ideen richtig brauchbar ist, nochmal zurück zu Phase 2.

4) Ausarbeiten:

An dem Punkt, an dem man sich für eine oder mehrere sehr gute Ideen entschieden hat, geht es ans Ausarbeiten. Die Idee muss ausformuliert werden, Details müssen festgelegt werden. Manchmal merkt man auch erst an diesem Punkt, dass die Idee in groben Zügen zwar gut war, aber in der Ausarbeitung nicht mehr hinhaut. Auch dann heißt es nochmal: Zurück zu Phase 2.

Wenn man jedoch beim Ausarbeiten, Visualisieren und Weitererzählen merkt, dass die Idee richtig gut passt, ist man auf dem richtigen Weg. Idealerweise testet man seine Idee vorab und erzählt oder zeigt sie jemandem aus der Zielgruppe. Wenn das nicht möglich ist, dann sollte man zumindest unbeteiligte Kollegen oder Freunde heranziehen und um ihre Einschätzung bitten.

Nun ist die Idee reif für den Realitätscheck. Die Präsentation vor dem Kunden ist die erste Hürde. Ist der Kunde genauso begeistert von der Idee, wie man selbst, dann stehen die Chancen gut, dass die Idee umgesetzt wird. Ein Erfolg wird die Idee jedoch nur, wenn die Zielgruppe sich für sie begeistert.

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Sind Sie auf der Suche nach den richtigen Ideen für Ihre Kommunikation und kommen einfach nicht drauf? Sprechen Sie mich an, ich helfe Ihnen und Ihrem Team! mail@katrinkuch.de